Paul Brändle - SOLO

Maximal entschleunigt und mit einem urmusikalischen Gefühl für Melodie spielt der Gitarrist Paul Brändle auf seinem Debütalbum „Solo“ (Squama). Und er tut es mit einer Aufrichtigkeit, die zwingend notwendig ist, wenn sich nichts kaschieren lässt. Denn außer seiner Gitarre und dem Rauschen des Verstärkers ist nichts zu hören auf diesem Album: "Solo" also im wahrsten Sinne.

Bisher ist Paul vor allem als Mitglied der Jazz-Formation "Fazer" bekannt geworden, deren zwei Alben "Mara" (2018) und "Nadi" (2019) maßgeblich von den minimalistischen Kompositionen und der Improvisationsgabe des Münchners profitieren. Genauso gefragt ist Paul in der heimischen Jazzszene, wo ihm der noble Ruf vorauseilt sich immer kompromisslos in den Dienst der Gruppe zu stellen. Sein erstes Soloalbum erlaubt es ihm nun einmal nur nach innen zu hören.

 

Die meisten der neun Stücke auf "Solo" sind blitzartig entstanden, was erstaunlich ist angesichts der Besonnenheit und der Logik, die das Album ausstrahlt. Paul spielt mit flüchtigen Momenten, die sich scheinbar endlos ausdehnen können, wenn man sie nur mal zu fassen bekommt.

 

"Oft nehme ich die Gitarre in die Hand und versuche die erste Melodie, die mir dabei in den Sinn kommt festzuhalten. Das kann wirklich die simpelste Phrase sein. Damit spiele ich dann herum bis sich irgendwann eine Form ergibt."

Improvisation wird so zum zentralen Element des Albums. Pauls Spiel ist dabei immer nachvollziehbar aber nie vorhersehbar, was das Zuhören spannend macht und der Musik einen universalen Ausdruck verleiht.

Mit dem Track "Lina" ist Paul Brändle nicht nur ein grandios zärtlicher, zweifelnder Einstieg geglückt, sondern auch sowas wie eine musikalische Selbstbeschreibung.

Tobias Stosiek, Bayerischer Rundfunk

Völlig unprätentiöse, minimalistische Musik…

Jan Paersch, piqd

© 2018 by Paul Brändle, Photography: Jan Scheffner, Johannes Brugger